Anekdoten

Im Laufe der Jahre, was sag ich, Jahrzehnte, passierten natürlich eine ganze Reihe von kuriosen Ereignissen.

Matten-Willys

Ein nicht bekannter Arma-Spieler bezeichnete die flachen Pappplättchen irgendwann einmal als „Matten-Willys“.

 

„Die Matten-Willys sind sicherlich eine der bizarrsten intelligenten Lebens-formen in dem an exotischen Lebensformen nicht gerade armen Perry-Rhodan-Universum. In ihrer Normalgestalt ähneln sie schwammigen Kugeln von zwei Meter Größe. Sie können jedoch gestaltwandlerisch jede beliebige Form annehmen, flache Fladen ebenso wie menschliche Körper oder Möbelstücke. Pseudogliedmaßen und Pseudostielaugen können an beliebigen Stellen des Körpers ausgebildet werden.“

(aus: Perrypedia)

Das brennende Schiff

1982 hatte keiner der Spieler Figuren, ausgenommen BT’s, Türme, etc. Gespielt wurde mit Pappplättchen. Auch die Schiffe waren noch zweidimensional. Mit einer Ausnahme: einer hatte ein schmuckes Schiff mit Mast und Segel gebastelt. Der Mast bestand aus einem Streichholz, an dessen Spitze noch der Zündkopf war. Irgendjemand zündete diesen an als der Besitzer gerade wegschaute, die Freundin eines anderen Spielers bemerkte dieses, rief laut „Nein!“ und pustete die Flamme aus. Letzteres führte dazu, dass mindestens ein Drittel der Pappplättchen in hohem Bogen über die Karte verteilt wurden, woraufhin ein mehrstimmiger männlicher Chor - minutenlang - seine Verzweiflung herausbrüllte. Da der Gastgeber unbemerkt einen Rekorder hatte mitlaufen lassen, konnten wir uns auch später und wiederholt die Szene anhören.

70 Krieger zu viel

Zwei Spieler waren längere Zeit miteinander verbündet und versuchten mehrere Spiele lang, das Reich eines Dritten zu erobern. Aber so oft diese auch angriffen, irgendwie wurden das nicht weniger Krieger. Da wir damals noch eine Verlustliste führten, habe ich mal nachgerechnet und festgestellt, dass der Angegriffene eigentlich -40 Krieger hätte haben müssen. Er hatte aber immer noch 30 …

Die „Lex Bogenschneider“

Da die „Wartefrist“ für aus dem Spiel ausgeschiedene Spieler aufgehoben worden war, weil ja niemand wollte, dass jemand quasi „Aussetzen“ musste, kam ich auf die Idee, mein Invasionsheer mehrfach hintereinander zu verheizen, a) weil die meisten Reiche mit mehreren hundert Kriegern hochgerüstet waren und b) weil es einfach Spaß gemacht hat. Daher wurden die als „Lex Bogenschneider“ eingeführten Regeln durchgesetzt, dass Invasoren, die ein zweites oder drittes Mal oder noch öfter hintereinander erscheinen, jeweils weniger Invasorenpotenzial erhalten sollten. Spielverderber!

Der Domino-Krieg

Von allen Kriegen war dieser besonders bemerkenswert: Aus einem kleinen Scharmützel entstand innerhalb von 10 Sekunden ein Weltkrieg. Es begann damit, dass einer der Spieler dem anderen den Krieg erklärte, woraufhin – aufgrund der verschiedenen Geheimverträge - diesem von einem Dritten der Krieg erklärt wurde, dem wiederum von einem anderen, usw., bis sich zwei große Parteien gebildet hatten, die ursprünglich in dieser Form gar nicht Krieg gegeneinander führen wollte. Der Domino-Effekt führte zum „Domino-Krieg“.

Zu viele Elefanten an Bord!

Ein Spieler hatte – in dem Irrglauben, man könne auch auf Schiffen auf einem Elefanten reiten – vier Elefanten auf ein Langschiff gerüstet. Nach den Regeln war letzeres sogar möglich, so dass er keinen entfernen dürfte. Aufsteigen und vom Schiff herunter reiten ging nicht, also was tun? Der Zauber „Tiere bewegen“ kann nur auf fremde Tiere angewendet werden und es fand sich niemand, der die 72 (!) ZEH aufwenden wollte. Selbstmord können nur Krieger begehen, also musste der Spieler zwei seiner Elefanten erschlagen um zumindest die beiden anderen und das Schiff einem sinnvollen Zweck zuzuführen und das hat natürlich gedauert …

Der Reiterkrieg

Ich hatte ca. 25 Reiter auf schweren Pferden, die Hälfte davon Offiziere und mein Gegner hatte fast 60 Berittene, allerdings die Hälfte Bögen und zudem auf leichten Pferden. Abgesehen davon, dass Bogenreiter schon mal eine schlechte Idee sind, kamen die Angreifer in drei Wellen aus ihrem Hochland hinab in meine Tiefebene. Sie wurden gänzlich vernichtet, während ich nur die Hälfte meiner Truppen verlor. Eine denkwürdige Schlacht!

Knack!

Üblicherweise nimmt man einen geschlagenen Reiter vom Pferd und stellt das Pferd wieder auf die Spielplatte. Es gibt jedoch Spieler, die so viele Figuren haben, dass sie die Reiter auf den Pferden festkleben. Hier eine Tragödie in drei Akten:

1. Akt: Spieler 1 nimmt eine Spielfigur von Spieler 2 in die Hand: „Hier, ich gebe dir den Reiter.“

2. Akt: Spieler 2: „Neeeiiin!“

3. Akt: Knack!

Autobahn-Bau

Einer der Spieler mochte keinen Wald, da er die Bewegungen seiner Reiterei behinderte. Also baute er ungefähr 12 Grundfesten direkt nebeneinander quer durch den Wald!

Im Sturm gesunken

Auf der zweiten Madragon-Karte gab es eine schmale lange Meeresstraße. In diese fuhr ein Spieler mit seinen sechs Schiffen. Als er das Binnenmeer erreichte, feuerte er auf dem Bug des vordersten Schiffes einen Onager ab und erwürfelte einen Hagelsturm. Als er seine Figuren ums Überleben würfeln ließ, schaffte er auf dem Heck des Schiffes einen zweiten Hagelsturm und auf dem Heck des zweiten Schiffes einen dritten. Er verlor die Hälfte seiner Flotte, nur weil er einen Schuss abgegeben hatte, durch eigene Hand!

Außerhalb des Spiels

Es passierten noch ein paar Dinge, die mit dem Spiel nicht direkt etwas zu tun hatten:


Einmal hatte sich der Gastgeber aus seiner Wohnung ausgeschlossen. Als wir vom Essen zurückkamen, musste erst einmal der Schlosser gerufen werden, so dass das Spiel um mehrere Stunden unterbrochen wurde und der Gastgeber sehr viel Geld blechen musste.


Nachdem ich vor der Wohnung des Gastgebers im Wedding aus dem Auto ausgestiegen war, schnüffelte ein freundlicher Hund an meinen Beinen. Sein Herrchen stand direkt daneben. Dann hob der Hund ein Bein und pinkelte mir auf den Schuh!         


Als wir einmal zum Essen gingen, pries der Kellner der Pizzeria Lasagne mit Broccoli an. Ich sagte scherzhaft: „Kein Brotzkoli!“ Das gefiel dem Kellner offenbar so gut, dass er es jedes Mal erwähnen musste, wenn er auch nur in die Nähe unseres Tisches kam. Es wurde so zum geflügelten Wort: "Kein Brotzkoli!"

Ralf, Frank und Bogi 1984
Ralf, Frank und Bogi 1984